Mausoleum

  • Die sterblichen Überreste des Generalfeldmarschalls Graf Neidhardt von Gneisenau wurden zunächst auf einer Bastion der Festung Posen aufgebahrt. Nach Abklingen der Krankheit (Cholera) jedoch in die Kirche von Wormsdorf (Bördekreis) überführt.
     
  • Nach dem Willen des Königs sollte dem verdienten Soldaten eine würdige Grablege mit einem Mamordenkmal des alten Freiheitskämpfers erreichtet werden.
     
  • Dem bekannten Architekten Friedrich Schinkel wurde die Planung und Errichtung des Mausoleums übertragen, während der Bildhauer Christian Rauch (der seine Ausbildung, darunter mehrere Jahre in Italien, Königin Luise verdankte) mit der Ausführung des Denkmals beauftragt wurde. Jedoch verzögerte sich die Herstellung des Letzteren, da das Schiff, welches den Mamorblock aus Carrara / Italien beförderte, in einem Sturm in der Biskaja unterging. Weitere Jahre vergingen, bis ein neuer Block in Auftrag gegeben, in Mamorbrüchen ausgewählt, herausgebrochen und auf die Reise geschickt werden konnte.

  • König Friedrich Wilhelm III. starb Anfang 1840 starb, deshalb trat erneut eine Verzögerung ein.

  • Erst im Früjahr 1841 war endlich alles soweit, daß der Sarg nach Sommerschenburg überführt und die Einweihungsfeierlichkeiten beginnen konnten.
     
  • Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm IV., der den General-Feldmarschall sehr verehrt hatte, sah es als eine seiner ersten Regierungsmaßnahmen an, die solange verzögerte öffentliche Ehrung durchzuführen. Am 18. Juni 1841 - 25 Jahre nach Waterloo - fand demgemäß die Feier unter Beisein des Königs, des Königlichen Hauses, des Hofes, der Generalität von Truppenteilen aller Waffengattungen, der Behörden, der Geistlichkeit beider Konfessionen und der Bevölkerung statt.
     
  • Mausoleum wie Denkmal waren eine Stiftung des Königs und des preußischen Offizierskorps.

  • Außerdem stiftete Alexander Gibsone, königlich-großbritannischer Generalkonsul in Danzig, und Freund Gneisenaus aus der Kolberger Zeit, einen namhaften Betrag. Im Einvernehmen mit der Gneisenauschen Familie wurde auf seinen Wunsch ein Denkmalwächterhaus im schweizerischen Stil erbaut, das für alle Zeiten von einem verdienten Kriegsveteranen zu bewachen und zu pflegen sei. Die Inflation von 1923 verschlang jedoch das Stiftungskapital, und seit dem Tode des letzten Veteranen betraute Friedrich August Graf Neidhardt von Gneisenau - seit 1882 Besitzer von Sommerschenburg - einen Angestellten der Gutsverwaltung mit der Überwachung des Mausoleums. Zuletzt war es der Förster Tomaschewski, der leider Opfer des Krieges wurde.

                      Foto links: Gruft Anfang des Jahrhunderts                                                Foto rechts: Gruft nach der Sanierung der Zananlage 2015

     
  • Im Inneren des Tempels führen Sandsteinstufen zur eigentlichen Gruft hinab, die aus einer tonnengewölbten Vorhalle besteht, hinter welcher der Bronzesarkophag des Feldherren steht. Fußboden und Seitenwände der Vorhalle bestehen aus Mamorplatten, die an den Seiten mit Grabschriften der Familie beschriftet sind. Der Raum empfing von der Decke her blaues Licht. An der Wand über dem Gneisenau'schen Wappen über dem 2011 restaurierten Bronzesarkophag steht der Spruch, von einer ewigen Lampe beleuchtet:          
    "Ich habe einen guten Kampf gekämpft,
    ich habe den Lauf vollendet,
    ich habe Glauben erhalten,
    Hinfort wird mir beigelegt
    die Krone der Gerechtigkeit"
    2. Tim. 4.7.

  • Über der Gruft steht auf einer halbrund geführten Mauer aus Sandsteinquadern ein dorisches Tempelchen, das den Hintergrund für das Standbild des General-Feldmarschalls bildet. Das Denkmal steht auf hohem Marmorpostament und zeigt Gneisenau mit drapierten Mantel, den Kopf unbedeckt, die Linke auf den Degen gestützt, in der Rechten eine Kartenrolle und den Blick nach Westen gewandt.

  • Im Sandsteinquader der Mauer steht Gneisenaus Leitspruch (von Matthisson):

Lass den Schwächling angstvoll zagen!
Wer um Hohes kämpft muß wagen.
Leben gilt es oder Tod!
Laß die Wogen donnernd branden,
nur bleib immer magst du landen oder scheitern
selbst Pilot!

  • Vor dem Sockel lagen zwei preußische Mörser von 1818 und zu beiden Seiten auf Hügeln standen zwei französische Kanonen von 1870/71, ein Geschenk des Kaisers (wurden im letzten Krieg eingeschmolzen). Heute stehen zwei preußische Mörser von 1878 aus der Geschützfabrik Berlin-Spandau vor dem Denkmal.
  • So ist durch den hier ruhenden Helden
    dieses Fleckchen Erde in Erinnerung

    an die Befreiung Deutschlands
    geweihter Boden geworden




  • Nach der Wende wurden mehrfach die Gräber geschändet. Es wurde in die Gruft eingebrochen und die Fenster wurden beschädigt.
    In der jüngsten Vergangenheit wurde das Fundament des Mausoleums trocken gelegt und den Baumschnitt vorgenommen, das Dach original eindecken lassen, die Eingangstür wurde restauriert und zusätzlich eine Sicherheitstür (nach altem Muster von 1840) angefertigt, die Fenster wurden mit Sicherheitsglas ausgestattet und die Innen- und Außenfassade verputzt.

  • Im Herbst 2015 konnte die Zaunanlage saniert werden.
    Im Sommer 2015 nahm Alexander Graf v. Gneisenau mit Max Klaar, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung preußisches Kulturerbe, Kontakt auf um für eine Spende für die Sanierung des Gneisenau-Mausoleums zu werben. Nachdem Max Klaar Interesse an dem Projekt zeigte, wurde der Kontakt zu Dr. Bauer hergestellt. Bereits kurz darauf kam die Zusage der Stiftung Preußisches Kulturerbe, so daß im August mit der Sanierung der Aussenanlagen begonnen werden konnte.


Gräber im Mausoluem

 


Hedwig Gräfin
Neidhardt von Gneisenau
geb. 5.7.
1868
gest. 10.9.1868

 

Bruno
Graf Neidhardt von Gneisenau
Königl.
Pr. Leutnant a.D.
geb. 26.11.
1852
gest. 23.11.1894


Hugo Graf Neidhardt von Gneisenau
Königl. Rittmeister
aggreg. d. Westfälischen
Dragonerreg.
No. 7
geb. 29.2.1836
gest. 21.8.1871

 


August Hyppolit
Graf Neidhardt von Gneisenau
Königl. Major a.D.
Stifter des Fidelcommisses
Sommerschenburg
geb. 24.5.
1798
gest. 12.5.1856

 

Minna Gräfin
Neidhardt von Gneisenau
geb. Ruhneke
geb. 1.1.1814
gest. 5.4.1897

 

Hugo
Graf Neidhardt von Gneisenau
Königl.
Major a.D. Majoratsherr
geb. 10.8.1804
gest. 23.2.1882

Sarkophag
General-Feldmarschall
August Wilhelm Anton
Graf Neidhardt von Gneisenau
geb. 27.10.
1760
gest. 23.8.1831

 

  


Lothar
Graf Neidhardt von Gneisenau
stud. jur. et. rer. pol.
geb. 24.11.
1901
gest. 15.3.1926

 

Ernestine Ottilie Wilhelmine Auguste
Gräfin Neidhardt von Gneisenau
geb. 16.10.
1802
gest. 3.5.1883


Agnes Kunigunde von Scharnhorst
geb. Gräfin Neidhardt von Gneisenau
geb. 24.4.
1800
gest. 5.7.1822


Die Gemeinde Sommerschenburg, mit Unterstützung der „Generalfeldmarschall Graf Neidhardt von Gneisenau – Gesellschaft e.V.“, setzt sich für den Erhalt dieses Denkmals ein und kümmert sich um dessen Werterhaltung.

Schöne Fotos der Gedenkstätte: Schinkel-Galerie